9 Oktober, 2007 - 12:52
Die deutsche Wirtschaft wird einer Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) zufolge überdurchschnittlich vom Klimaschutz profitieren. „Die Wirtschaft hat oft über die Kostenbelastung durch grüne Politik geklagt“, so der HWWI-Chef Thomas Straubhaar. „Jetzt kommt die Zeit des Erntens.“
Die Studie "Strategie 2030 - Klimawandel", die das HWWI zusammen mit der Berenberg Bank erarbeitet und am Montag orgestellt hat, sieht für deutschen Unternehmen in mehreren Zukunftsbranchen überdurchschnittliche Wachstumraten.
Für die Anbieter so genannter „grüner Technologien“, die im Zeitalter des Klimawandels besonders gefragt sind, könnten die Märkte bis zum Jahr 2030 um durchschnittlich acht Prozent wachsen und damit doppelt so schnell wie die Weltwirtschaft, so die Studie.
Die deutsche Wirtschaft kann der Studie zufolge davon besonders profitieren, da sich Deutschland in zahlreichen Zukunftsbranchen grüner Technologien zum Marktführer entwickelt habe. Dies gelte etwa für die Branche der Erneuerbaren Energien, der Abfallwirtschaft, der Nano- und Biotechnologie und der Effizienzsteigerung. „Deutschland wird sich von diesem Kuchen ein ganz großes Stück abschneiden“, sagte HWWI-Direktor Straubhaar, „wer Klimaveränderungen verhindert oder die Folgen des Klimawandels vermindert, wird gute Geschäfte machen.“
Gewinne prognostizieren HWWI und Berenberg Bank zudem der Landwirtschaft. Die Studie spricht von einer Renaissance des primären Sektors: Agrarflächen, Ackerland und Forstwirtschaft befinden sich nach Angaben des Chef-Volkswirts der Berenberg Bank, Wolfgang Pflüger, vor „einem sprunghaften Renditeanstieg“. Die Studie nennt als Gründe die steigende Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermittel der wachsenden Weltbevölkerung und die steigende Nachfrage zur Rohstoffgewinnung für Bio-Kraftstoff.
Die ökonomische Bedeutung des Klimawandels wird drastisch ansteigen, prognostizieren die Autoren der Studie: "Für Schlüsselindustrien wie Energieerzeugung, Automobilbau, Transportwesen, Versicherungen, aber auch die Landwirtschaft wird der Klimawandel genauso wichtig wie heute Wechselkurs- und Zinsrisiken", so Pflüger. Je höher die CO2-Emissionstätigkeit, desto wahrscheinlicher werde ein Anstieg der Produktions- und Absatzkosten.